Musiktherapie Langguth

Musik

Das Medium Musik

Schon im Mutterleib ist das Kind Geräuschen und Klängen ausgesetzt; z.B. die Stimme der Mutter, Herzschlag und Pulsrhythmus, das rauschende Fließen der Gewebeflüssigkeiten, die Darmgeräusche, die Geräusche von außen, die durch den Körper der Mutter hindurch tönen. Ab dem 3. Schwangerschaftsmonat bestimmt Musik sozusagen unser Leben, sei es freiwillig und bewusst lauschend oder unfreiwillig und hierbei oftmals unbewusst.

Industrie, Werbung, Verkauf und Gastronomie bedienen sich der Macht der Musik, indem sie beispielsweise durch Kaufkraftsteigerung den Gewinn eines Unternehmens vergrößert.

Auf einer selbst bestimmten Basis habe ich die Musik als Selbsttherapie oft erlebt. Die Tiefe, die durch Musik erreicht wird, mich aufrüttelt, feierlich stimmt, meine Stimmungen verstärkt oder verändert, mich tröstet oder Empfindungen klarer werden lässt, sind diesem Medium zu eigen.

Beim aktiven Musizieren können diese Impulse noch um ein vielfaches gesteigert werden, wodurch sich bei mir oft ein rauschähnlicher Zustand, oder ein Gefühl von Nichts, Leere und Fülle zugleich ausbreitet.

Der Laienmusiker, der musiziert um der Sache willen, kann hierbei zu einem fast meditativen Erleben der eigenen Gefühlswelt gelangen, wohingegen der professionelle Musiker die verklanglichte Emotion erfasst, und versucht die dem Stück immanente Gefühlswelt zu transferieren, ohne sie mit eigenen Gefühlen zu überdecken.

Definition des Musikbegriffes

Der Begriff der Musik geht auf das griechische Wort „musike“ zurück (darin enthalten „musa“ – die Muse), worunter das griechische Altertum zunächst die musischen Künste Dichtung, Musik und Tanz als eine Einheit und später die Tonkunst an sich verstand.

Musik enthält zwei Elemente: das akustische Material und die geistige Idee, die jedoch nicht wie Form und Inhalt nebeneinander stehen, sondern sich in der Musik symbiotisch zu einem ganzheitlichen Gebilde verbinden.

Bei der musikalischen Gestaltung werden Töne, Klänge und Geräusche in übergreifende rhythmische, melodische und harmonische Strukturzusammenhänge gebracht. Außerdem erwachsen aus Tondauer, Zeitmaß, Tonintensität usw. weitere Ordnungsprinzipien und Kompositionsmöglichkeiten.

Doch erst die geistige Idee gestaltet das akustische Material zur Tonkunst. Erst mit dem Geistigen erlangt Musik Unvergänglichkeit (vgl. Michels, 1992, 11).

„Den unterschiedlichen musiktherapeutischen Ansätzen (antroposophische Musiktherapie, Musikeinsatz zur Stimmungsbeinflussung, heilpädagogische Musiktherapie, Nordoff-Robbins-Musiktherapie, Musiktherapie auf gestalttherapeutischer Grundlage, morphologische Musiktherapie, Musiktherapie als Trance-Induktion, psychoanalytisch orientierte Musiktherapie, Musiktherapie als Kommunikations- und Verhaltensförderung – um nur einen Ausschnitt zu nennen) liegen zwar jeweils sich teilweise überschneidende, im Kern jedoch voneinander verschiedene und sich gegenseitig ausschließende Vorstellungen von Musik zugrunde.“

Für jede Schule leitet sich der Musikbegriff zum einen aus dem ihm eigenen Therapie-Verständnis ab, aus dem heraus sich die therapeutischen Wirkfaktoren und ein sich daraus ergebendes Einwirkungsfeld erklären. Zum anderen spielt damit zusammenhängend zur begrifflichen Bestimmung die jeweilige spezifische Umgangsweise mit Musik in der konkreten therapeutischen Situation eine Rolle.“(vgl. Becker, 1996, 231f)

Das Ohr als Tor zur Welt